Dienstag, 10. Januar 2023

Veranstaltungshinweise des ELKK für Februar 2023








Offener Leseabend

Mitglieder des Europa-Literaturkreises Kapfenberg lesen neue Texte. Anschließend besteht die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre darüber zu diskutieren. Auch die Besucherinnen und Besucher dieser Veranstaltung sind eingeladen, eigene Texte mitzubringen, zu lesen und gemeinsam zu besprechen.

Termin: Donnerstag, 2. Feb. 2023
Beginn: 19:00 Uhr
Ort:       KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2.Stock

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Literaturcafé

Gespräche über literarische Gedenktage, Vorstellung neuer Bücher, u. v. m. Diesmal besprechen wir u. a. Leben und Werk von Karl Valentin (75. Todestag) und Bertolt Brecht (125. Geburtstag). Natürlich besteht auch für Gäste die Möglichkeit, ihre Lieblingsbücher und Lieblingsautoren vorzustellen.

Termin: Donnerstag, 9. Feb. 2023
Beginn: 19:00 Uhr
Ort:      KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2. Stock

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Haiku – Abend

Ein "Arbeitsabend" für Freunde japanischer Lyrik- und Kurzprosaformen. Auch das Publikum ist eingeladen, Texte mitzubringen, zu lesen, darüber zu diskutieren, zu philosophieren . . .

Termin: Donnerstag, 23. Feb. 2023
Beginn: 19:00 Uhr
Ort:      KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2. Stock



Für Rückfragen:  Sepp Graßmugg  0664/4238514  josef.grassmugg@aon.at

Sonntag, 1. Januar 2023

Die Silvester-Fahrt auf der "Aurora"

von Manfred Kolb - 01.01.2020

Der Silvestertag 2019 begann verhältnismäßig ruhig. Kaum Knallerei und Böllerkrachen rund um den Hafen. Ich blickte vom Balkon aus in die Hafenbecken, wo mehrere Drehkräne in Betrieb waren. Es erstaunte mich, dass am Silvestertag noch vier Schiffe den Hafen angelaufen hatten, um ihre Ladung löschen zu lassen und neue aufzunehmen.

Ich beobachtete gerade die Anlegemanöver eines der Frachtschiffe, als mich das Telefon in die Wirklichkeit zurück rief. Ein guter Bekannter lud mich ein, am Silvesterabend als Gast auf seiner Motorjacht "Aurora" das mitternächtliche Feuerwerksspektakel und den Jahresbeginn 2020 von See aus zu erleben.

Ich sagte gleich zu und so fand ich mich am Silvesterabend um 23 Uhr mit Proviant und zwei Flaschen Champagner am hell erleuchteten Kai am Alten Hafen ein, um in See zu stechen.

Mit mir gingen der Besitzer und drei weitere Gäste an Bord, die es sich nicht nehmen ließen, schon kurz nach dem Ablegen die Korken knallen zu lassen.

Mit flotter Fahrt ging es in der mondklaren Nacht mit dem Eigner am Ruder hinaus in die Wismarer Bucht, wo uns nur ein schwer auszumachendes Fischerboot begegnete, weil dessen Positionslichter und die Beleuchtung an Deck nur spärlich war.

Um Mitternacht erlebten wir dann mit gestoppter Maschine in Höhe der Insel Walfisch driftend ein fantastisches Feuerwerk am Hafen und über der Innenstadt von Wismar. Auch im Vorort Seebad Wendorf waren faszinierende Raketensalven aus Feuerwerksbatterien zusehen. Lichterbögen, Sterngirlanden und bunte Fächersalven, stiegen in den nächtlichen Himmel auf und erleuchteten die Szenerie.

Nach 20 Minuten erlosch das Spektakel.

Wir alle an Bord hatten mit einem Glas Champagner auf das Neue Jahr angestoßen und einander viele guten Wünsche zugesprochen, als mich der Eigner beiseite nahm und mir bedeutete, dass er mit seinen Freunden aus gemeinsamer Studienzeit weiter feiern wolle. Dazu hätten sie sich wie in den Vorjahren nach altem Seemannsbrauch verabredet. Daher wolle er mir das Steuer der Jacht übergeben. Das sei im übrigen zulässig, da er ja als Kapitän mit Patent an Bord sei.

Ich erschrak, denn ich hatte bislang nur ein Beiboot mit einem Außenborder gesteuert.

Dass ich gerade den theoretischen Teil meiner Ausbildung zum Erwerb des Motorbootführerscheins "See" abgeschlossen hatte und auf die praktische Prüfung im März 2020 wartete, wollte ich dem Eigner nicht verraten.

Als ich noch überlegte, was ich dem Eigner antworten sollte, übergab er mir nach einer kurzen Einweisung kurzerhand den Zündschlüssel, verabschiedete sich mit einer Entschuldigung für seinen alkoholisierten Zustand und begab sich unter Deck, nicht ohne mich seines Beistands zu versichern, falls das erforderlich sein sollte.

Die Stimmung im Logis wurde, wie ich hören konnte, immer ausgelassener, denn der Alkohol verfehlte seine Wirkung nicht. Die Freunde aus gemeinsamer Studienzeit an der Lomonossow-Universität in Moskau hatten wohl eine ordentliche Portion Wodka mitgebracht.

Langsam bewegte ich mich über Deck zum Kommandostand.

Der Motor sprang sofort an und ich stellte den Gashebel auf "langsame Fahrt". Bedächtig bewegte sich das Boot nach einer Wende zurück zum Alten Hafen. Nach einer Weile beschleunigte ich das Tempo. Von Minute zu Minute wurde ich mit der Steuerung des Bootes vertrauter und sicherer. Ich studierte im Dunkel die Signale und die Betonnung der Wismarer Bucht und strebte so der Wismarer Bucht zu.

Ich traute mir sogar zu, ein der Wismarer Bucht langsam zustrebendes zweites Fischerboot in einem engen Bogen zu umkreisen, das dank seiner guten Beleuchtung ohne Schwierigkeiten auszumachen war. Als ich mit dem Suchscheinwerfer eine im Wasser treibende Holzkiste entdeckte, zögerte ich keinen Augenblick, diese nach einer Wende auf der Lee-Seite der Jacht mit dem Enterhaken an Bord zu hieven. Denn in der Hafeneinfahrt treibende Gegenstände konnten für die Schifffahrt gefährlich werden.

Nach erneuter Fahrtaufnahme zurück Richtung Hafen sah ich die lang gestreckte Kaimauer auf der Steuerbordseite auf mich zu kommen.

Im Dunkeln konnte ich im matten Schein aus einem Fenster des Technik- und Forschungszentrums der Universität erkennen, dass die Kaianlage noch von Gruppen von feiernden Menschen bevölkert war, die wohl gemeinsam das Neue Jahr ausgiebig begrüßen wollten.

Mit langsamer Fahrt näherte ich mich der Anlegestelle im stumpfen Winkel, dann band ich das Steuerrad fest, um die Fender an der Steuerbordseite des Bootes auszubringen.

Nach getaner Arbeit stellte ich die Maschine auf Stopp und driftete im Schneckentempo dwars auf die Kaimauer zu, wo hilfsbereite Menschen die von mir zugeworfenen Vorder- und Achterleine geschickt auffingen und die Tauösen um die Poller legten. Ganz langsam schwoite die Jacht an die Kaimauer, während ich die Festmacherleinen Stück für Stück nachspannte, bis die Jacht fest vertäut wieder ihren angestammten Liegeplatz eingenommen hatte. Dann löschte ich die Lichter, stellte die Maschine aus und zog den Zündschlüssel ab.

Das war geschafft, ging es mir erleichtert durch den Kopf.

Der Besitzer der Jacht und die beiden Gäste kamen aus dem Logis hervor gekrochen, bedankten sich und strebten schwankend davon. Dem Eigner konnte ich gerade noch den Zündschüssel zu stecken, dann war auch er im Gewühl der Menschengruppen verschwunden.

Auch ich machte mich auf den Weg in mein Zuhause im alten Kornspeicher. Als ich am späten Morgen zuhause erwachte und meine zu Boden gefallene Windjacke aufhob, fühlte ich einen Umschlag in einer der Taschen. Ich nahm ein Papier heraus, entfaltete es und sah als erstes den Kopfbogen des Marine-Clubs "Seeteufel", wo ich meinen Lehrgang zum Erwerb des Motorbootführerscheins gebucht hatte.

Dann las ich:

"Sehr geehrter Herr Kolb,

ich bestätige Ihnen hiermit, dass sie in der Nacht von 31.12.2019 auf den 01.01.2020 auf der Motorjacht "Aurora" die praktische Prüfung zum Erwerb des Motorbootführerscheins "See" erfolgreich abgelegt haben. Sie können sich die Ausfertigung des Patents am 06.01.2020 in unserem Büro abholen.

Ich wollte Sie mit der praktischen Prüfung nicht bis zu meiner Rückkehr von einem Törn auf der „Gorch Fock II “ Anfang März 2020 warten lassen

-gezeichnet Holger Bahrow (Vorsitzender der Prüfungskommission "See")“


Es dauerte eine Weile, bis ich diese erfreuliche Nachricht verdaut hatte.

Eine Frage blieb offen: wie gelangte die Holzkiste in die Hafeneinfahrt?

War das mit dem Fischerboot abgesprochen? Denn ich musste ja im praktischen Teil ein „Mann-über-Bord Manöver fahren…

Ich konnte Holger Bahrow nicht danach fragen, denn er war am Neujahrstag schon zu seinem Törn auf der „Gorch Fock“ aufgebrochen.

Sonntag, 11. Dezember 2022

24. Advent 2022 - Heiligabend





















Traumkugeln

Das Christkind flog zum Fenster rein
und schmückte meinen Baum,
in jeder Kugel spiegelt sich
von mir ein stiller Traum
Da sind: Der Frieden in der Welt,
dass niemand hungern muss,
dass sich ein jeder rasch verträgt,
gab es einmal Verdruss;
dass niemand Wälder erdgleich macht,
die Sauerstoff uns spenden,
dass keine Tiere – sinnlos oft –
durch Menschenhand verenden,
dass Hass und Neid nicht mehr regiern,
Vergangenheit nur sind
durch Liebe, Freundlichkeit ersetzt
vom Ält’ren bis zum Kind;
dass jeder gern ein Lächeln schenkt,
das dich und mich beglückt,
dass niemand böse Worte spricht! .....

Ich weiß, es klingt verrückt!

Die Kugeln sind mit Träumen voll.
Wer weiß, ob irgendwann
der eine, and’re sich befreit,
„lebendig“ werden kann!?


Richard Mösslinger


Ich wünsche allen Mitgliedern des ELKK,
allen Lesern des Blogs, ein fröhliches und
besinnliches Weihnachtsfest!


Reinhard Mermi
(Blogredaktion)

23. Advent 2022





















Weihnocht mit Gschenkn

Ih hoff, dass net okimmt
as Schenkn und Kriagn,
Lametta und Noschzeug,
dass d´ Christbam sih biagn,
die Liader der Weihnocht
und ´s Leuchtn der Augn
waunn den Kindern die Packerl
mit Geschenkn tuat taugn,
waunn am Handy bold kemman
die Wünsch va d´ Bekaunntn,
ban Christbam beinaund stehn
die engstn Verwaundtn,
stille Nacht singt daunn jeder
holt sou guat dass as kaunn...

Nur ih sogs euch gaunz ehrlich
auf des olls kimmts net aun,
wal ih denk, dass da Herrgott
koa Freud damit hätt,
dass ma grod in sein Nauman
sou a Gschatz mochn tät,
dass ma ´s Christlindl heut
nur zur Glegnheit nimmt
und dass just nur die Soch
mit ´m Wunschzettl stimmt,
ih haun nix gegn Bescherung
und Familie mit Freud,
waunn ma nur net vagessn
wos die Weihnocht bedeut!


Maria Schneider

22. Advent 2022





















Mariä Empfängnis

Merkur, Hofer, Lidl,
alle sind davon betroffen.
Penny, Interspar und Unimarkt –
sogar die Kirchen haben offen.

Ikea, Leiner, KIKA, Lutz
können auch auf Kunden hoffen,
so wie Hornbach, OBI, Möbelix –
man sagt, auch Kirchen hätten offen.

Adler, Vögele und Palmers
locken mit ihren Stoffen.
Daneben warten Douglas, BIPA und dm –
nur, warum sind die Kirchen offen?


Josef Graßmugg

Samstag, 10. Dezember 2022

21. Advent 2022
















limerick goes advent

ich frage mich tagein tagaus
wo lebt er denn der nikolaus
bei den elchen
doch bei welchen
oder im einfamilienhaus?

lebt er denn in einer kita
dorten dann als untermieta
als jäger von fall?
gar im hasenstall?
oder bei heinz und roswitha

man sagt auch er lebe wohl
hoch im norden dort am pol!
lebe dorten schlicht
bei polarem licht
verzehre nur bratwurst mit viel kohl!


Tasso J. Martens

20. Advent 2022















Wer bist du

Peters zuhause ist die straße, heute ist weihnachtsmarkt.
Henrys zuhause ist seine warme wohnung, möbel reden nicht.
Henry kennt Peter, spricht ihn an, die brücke ihrer einsamkeit
löst worte aus ihnen. Sie gehen in das lokal ‚‘café heart-rock‘.


Dagmar Weck