Dienstag, 18. Dezember 2018

Adventskalender: 18. Dezember 2018

DA GUGLHUPF
Vor longer, longer Zeit ist amol wo a Gschloß gwen, in den koa Mensch g'wohnt hot. Net weit davon is a kloani Hütt'n gstond'n, do wor a besi Frau mit ihre zwoa Töchta drin. Die Nani, die ältere Tochta, wor recht brav und fleißi, die Lisl is gonz ihra Muata nochgrod'n, grod so a Fegfuia is g'we(se)n.
D' Nani is von da Muata und Schwesta viel g'schund'n und plogt worn und hot's do nia recht moch'n kinna. Am liabsten war's eahna boad'n g'we(se)n, wann dieselb' gor neama war.
Derweg'n hot äst amol die Muata zan handsoman Deandl g'sogt: „Geah aufi afs Gschloß und boch aus da Oschn an Guglhupf!" Richti, die brave Tochta is afs Gschloß aufigongan und hot aus da Oschn an Guglhupf boch'n. Kam is damit firti gwen, kimmt bei da Tür a gspoaßige G'sellschoft eina: a kloans Hündl, a Kotz und a Gogl (Hahn). Do fangan glei on zan diskarirn und sog'n zan Deandl: „Gib uns a insan Toal von dein Bochat!" D' Dirn hot si net wenk g'schreckt, oba hot guatmüati an iad'n a Trumm Gugl-hupf geb'n. Aft hom sä si bedonkt und g'moant, sie wurd scha amol wos kriag'n dafür. Kam san's bein Loch draußtn g'we(se)n, san zwoa kuhl-schworzi Teufl einag'hupft; an iada hot an Pinkl Geld trog'n und hot'n ihr vor die Füaß g'schmiss'n, und - sixtas, host äs net g'seg'n - worn's wieda draußtn. Na, denkt si(ch) dos brave Deandl, so was is net zan lieg'n loss'n, pockt zom und bringt 's Geld da Muata hoam. Do hot sicha wos ondas dahofft, hot's Deandl zomg'schimpft und gmoant: „Won di do die Teufl z'rissen hätt'n, du schiacha Frotz!" Oba dos Geld hot's do ang'numma. Schau', hot sie si(ch) hoamli denkt, dos G'schäftl g'follt ma; won scho(n) die Dirn, dö i gor net leid'n konn, so an Häuf n Geld ins Haus bringt, wos wird erst mei Herzpinkal kriag'n? „Geah aufi a ins Gschloß", sogt sie am ondern Tog zu da Lisl, „und boch drobn aus Oschn an Guglhupf!" Dö schlimme Lisl is aufigongan, hot richti a an Guglhupf aus Oschn boch'n und wieda san dö drei Viecha einakemm und hom ihr'n Toal valongt. Die geizige Dirn hot oba g'scheit sein wull'n und hot 'n Lohn voraus valongt; aftn loßt si(ch) nou hond'ln, hot's denkt, wann's eppa zweani geb'n wull'n.
Die drei Viecha hobn si(ch) af an Hondl oba net einloss'n und san ohne Guglhupf auf und davon. Dafür san glei drauf die zwoa Teufl einakemm, oba ohne Pock Geld, und hom 's Diandl glei z'reiß'n wull'n.
Hiazt hot dö Dirn um die drei Viecha g'schrian, si sullt'n ihr dou helf n, sie gabat ihna nocha schon wos. Oba d' Viecha hom gsogt: „Ehnda host du ins nix geb'n, mir traun dir net und helf n dir a net" - und san wieda fürt. Die zwoa Teufl hom das schlimme Deandl a glei kloanweis z'riss'n. Weil d' Lisl so long net hoam kemm is, is da Muata ongst und bong worn und sie is nochschau'n gonga. Und do hot's nur dö Fetzarin umaranond lieg'n g'seg'n.
Af dös is s' gonz damisch worn, is auf und davon und neamd hat s' meahr g'seg'n.
Die brave Nani hot no a Weil gwoant um ihre Ploggeister, aftn hot s' mit ihr'n Hauf'n Geld an guat'n, fleißig'n Mon g'heirat und is recht glückli worn.

Quelle: Die schönsten Märchen aus Österreich, o. A., o. J.,

Montag, 17. Dezember 2018

Adventskalender: 17. Dezember 2018




Wenn du kommst
von Josef Graßmugg
Wenn du kommst
komm als Kind
als Baby vielleicht
und du siehst
die Welt wie sie ist

Wenn du kommst
komm als Frau
als Mutter vielleicht
und du siehst
unendlich viel Licht

Wenn du kommst
komm als Greis
als Bettler vielleicht
und du siehst
das Dunkel auf Erden

Wenn du kommst
irgendwann
schon morgen vielleicht
dann sieh die Menschen
die auf dich warten

Sonntag, 16. Dezember 2018

Adventskalender: 16. Dezember 2018


Summiteer

nine-eleven
says the trump#eater
and puffs the
little#big#horn
of ras#putin
the monk#eye
and ’er#dog – an
email under the
s(ub)way of an dictator
loving his own
na(r)cism like
kim jong-uns
who adores the
fat#man trump
as the white#house
filthy bomb

Dirk Becker / DUB, 24.06.2017

Samstag, 15. Dezember 2018

Adventskalender: 15. Dezember 2018


Ganz still und hoamlih

Ganz still und hoamlih is’s gschehgn in der Nacht,
sölm hat a Jungfrau oan Buabm zu uns bracht.
In aner Krippm auf Stroh is er glegn,
hat in der Stund schon in Friedn da(r)sehgn.

Hirtn sand kemman von fern und von nah,
’s Büabl zan ehrn, zwegns dem warn sie da.
D’ Engl im Himml habn gsungan ganz leis’
grad von dem Wunder in himmlischer Weis’.

’s Büabl im Kripperl schaut unschuldi’ drein,
fragt mit die Äugerl: „Wird Friedn bald sein?
Sehgts, ih va(r)hoaß enk den Friedn auf Er(d)n,
müassts nur a wengerl varnünftiger wer(d)n!“

Stille, du liabliche, halige Nacht,
d’ hast den Erlöser uns oanstns va(r)macht.
Gib, dass der Friedn, den er uns va(r)kündt,
uns all mit’nander ah iadn Tag findt!

von  Richard Mösslinger +

Freitag, 14. Dezember 2018

Adventskalender: 14. Dezember 2018


weihnachten 1979
von Manfred Kolb



blindlings findlings



im unwissenden gelände

zerwürfelt mit ängsten

umstellt von zeithöfen

eisartig, inslig.



wirf dich voraus

erblinde gewalten

vor dem dunkelgehn.



unerweckte flügel

werden mich suchen

meine belagerte hoffnung

blindlings findlings

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Adventskalender: 13. Dezember 2018



Der Junge und der Hund

frei nach der englischen Geschichte "Weathering the Storm" von Dan Clark,
in einer Bearbeitung von Jens-Robert Schulz, 2009
Lektorat durch die Schreibwerkstatt des Literaturkollegiums Potsdam unter der Leitung von Manfred Kolb
Die Hündin eines Ladenbesitzers in einer Kleinstadt hatte Mitte Oktober Junge bekommen. Es waren keine R
assehunde, mit denen man Geld machen konnte, sodass der Besitzer Markus Weining die zusätzlichen Mäuler schnell los werden wollte.
Als die Welpen knapp 10 Wochen alt waren, brachte er über der Tür zu seinem Laden ein Schild an. Darauf war zu lesen: Hundewelpen für das Weihnachtsfest zu verkaufen!

Ein Junge kam zufällig vorbei und sah das Schild. Da der Ladenbesitzer gerade an der Tür stand, fragte er ihn: "Was kosten die Welpen denn?" - "Zwischen 50 und 80 Euro, je nach Größe und Aussehen", sagte der Mann.
„Soll so ein Hund ein Weihnachtsgeschenk sein?“, fragte der Mann.
„Nein“, antwortete der Junge, „ich suche einen Hund für mich. Dann griff er in seine Hosentasche und holte der 5 Euro Scheine und Münzen heraus. "Ich habe nur 19 Euro und 37 Cents", sagte er, "auch wenn ich nicht genug Geld habe: darf ich mir die Welpen wenigstens mal anschauen?"

Der Ladenbesitzer nickte und pfiff nach seiner Hündin. Rasch kam sie angelaufen und fünf kleine Welpen stolperten tapsig hinter ihr her. Das war niedlich anzuschauen und dem Jungen ging das Herz auf. Doch dann sah er einen, der deutlich langsamer war als die anderen, der humpelte und im Wuchs zurückgeblieben war.
 "Was hat denn der Kleine da hinten?", fragte der Junge.
 "Der hat einen Geburtsfehler und wird nie richtig laufen können", antwortete der Mann.
"Den möchte ich haben!", sagte der Junge.
Der Ladenbesitzer wunderte sich und sagte:
"Also ich an Deiner Stelle würde diesen verkrüppelten Welpen nicht nehmen. Der wird nie ganz gesund. Aber wenn du ihn unbedingt haben willst, dann schenke ich ihn dir!"
Der Junge  blickte dem Mann fest in die Augen und erwiderte: "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben! Dieser kleine Hund ist jeden Cent wert, genauso wie die anderen auch! Ich gebe Ihnen jetzt meine 19 Euro und 37 Cents und jede Woche werde ich Ihnen ein paar Euro bringen, bis er abbezahlt ist."

Verständnislos schüttelte der Ladenbesitzer den Kopf und redete auf den Jungen ein:
"Ich würde ihn wirklich nicht kaufen. Überleg es dir doch noch mal! Der wird nie in der Lage sein, mit dir zu spielen und herumzutoben wie die anderen. Was willst du mit ihm? Er wird dir keine Freude machen!"

Da zog der Junge sein linkes Hosenbein hoch und sichtbar wurde eine Metallschiene, die sein verkrüppeltes Bein stützte. Liebevoll blickte er zu dem Welpen hinüber und sagte: "Ach, das macht mir nichts aus! Ich kann auch nicht so gut laufen und dieser kleine Hund wird jemanden brauchen, der ihn versteht und trotz allem gern hat." 

Als der Ladenbesitzer das hörte, biss er sich beschämt auf seine Unterlippe. Er lächelte verlegen, atmete tief durch und sprach:
 "Mein Junge, ich hoffe und wünsche mir, dass jedes dieser Hundekinder einen solchen Besitzer bekommen wird wie dich! Und weil Du so ein gutes Herz hast, schenke ich Dir diesen Welpen zu Weihnachten, und das darfst Du mir nicht ausschlagen, hörst Du? Du wirst mir eine große Freude machen, wenn Du den kleinen Hund als Geschenk annimmst. Man soll doch gerade zu Weihnachten anderen etwas Gutes tun.“
Und so trottete ein dankbarer Junge mit seinem Geschenk auf dem Arm  nachhause. Er würde dem Welpen den Vornamen des Ladenbesitzers, nämlich Markus,  als Rufnamen geben, nahm er sich vor. Denn schließlich hatte er in dem Hundebesitzer einen Freund gewonnen. Nur wusste der davon noch nichts.